Lederqualitäten

Jedes Leder wird speziell für bestimmte, vorgegebene Verwendungszwecke gefertigt. So ist es auch bei allen unseren Ledern, die wir bei unseren Lederfabriken anfertigen lassen. Wir geben also vor, welche Kriterien hier einzuhalten sind.

Unsere Kunden erwarten natürlich, daß jegliches Leder, welches von uns verkauft wird, den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Dieses können Sie mit Recht von uns erwarten und wir nehmen dies sehr ernst. In Anlehnung an Öko-Tex Standard 100 behalten wir die bei der Lederherstellung relevanten kritischen Stoffe an Schwermetallen, FA, CP, PCP und die der Konservierung (z. B. DMF) sowie toxische Azo-Farbstoffe stets im Auge.

Deshalb wählen wir unsere Lieferanten nach speziellen Kriterien aus und achten dabei auf Einhaltung unserer Qualitätsvorgaben durch entsprechende Tests.

Unsere jeweilige Ledernummer bezeichnet die Lederart + Farbe. Das Leder ist meist in verschiedenen Stärken + Qualitäten erhältlich. Die Größe des Leders ist abhängig von Tierart + einer evtl. Aufteilung bei der Herstellung, also Häute oder Felle, Hälften, Crupons, Hälse und Flanken sowie auch Kulatten sind hier möglich.

Bedarfsermittlung:

Was für ein Leder wird benötigt?

Leder wird in unterschiedlichen Veredelungsstufen angeboten:

Anilinleder

ist ein Oberbegriff Sammelbegriff für Leder unterschiedlichster Art, mit einem hauchdünnen Schutzfilm ohne Pigmente bis hin zur komplett naturbelassenen Haut. So kann dieser Begriff auf vegetabil gegerbte Blankleder bis hin zu einem weichen Bekleidungsnappa zutreffend sein.

Für den Objektbereich sind solche Leder eher nicht zu empfehlen, da die meist geforderten Echtheiten in Bezug auf Lichtechtheit, Reibechtheit, Reinigungsmöglichkeiten usw. nur unzureichend eingehalten werden können.

Dafür bietet dieses Leder mehr Komfort, das heißt die Atmungsaktivität ist deutlich höher, der Griff/Haptik angenehmer, mehr Natürlichkeit und wird meist als optisch attraktiver empfunden.

Anilinleder veredelt

wenn ein Reinanilinleder ganz leicht mit Farben oder Appreturen nachbehandelt wurde, das Narbenbild noch vollständig erhalten ist und weitgehend transparent zu erkennen ist, spricht man von Anilinleder veredelt.

Semianilinleder

Ein dünner Film (oder Lack) schützt diese Leder vor Verschmutzungen, dem Ausbleichen und lässt sich dadurch besser Reinigen. Diese Schicht kann unterschiedlich stark ausfallen. Das Leder wird unempfindlicher, dennoch bleibt die natürliche Narbenstruktur erhalten und sichtbar.

Es ist eine Zwischenvariante von anilinen und gedeckten Ledern.

Gedeckte Leder

In d. Regel hohe Licht- und Reibechtheiten. Sehr unempfindlich bei Verschmutzungen und meistens mit Prägung, die oft einem natürlichen Narbenbild nachempfunden ist. Hautfehler sowie auch das ursprüngliche Narbenbild sind weitgehend nicht mehr zu erkennen, daher beste Flächenausnutzung. Ideal für Automobilpolster und den Objektbereich.

Nubukleder

Beim Nubukleder wird ausschliesslich die Narbenseite verwendet und das Leder bekommt durch den Schliff einen samtweichen Griff. Da es sich auch hierbei um Anilinleder handelt, sind Unregelmäßigkeiten in der Haut gut sichtbar und zeichnen diesen Ledertyp aus.

Nubukleder sind zum Beispiel unter Bekleidungsleder zu finden mit den Ledernummern #10 bis #59.

Rauleder – Veloursleder

Rauleder ist der Oberbegriff für alle velourigen Oberflächen im Lederbereich. Velourleder sind auf der Fleischseite geschliffen, welche auch die Oberseite darstellt.  Die Vorteile sind ein angenehm warmer Griff und eine gleichmäßige Struktur. Narbenseitig leicht angeschliffenes Glattleder wird als Nubuk bezeichnet, Rauleder aus dem Fleischspalt ist ebenfalls Veloursleder (Spaltvelourleder). Auch die nach außen verarbeitete, unbeschichtete Rückseite eines Glattleders, Lammfells oder Kuhfells wird als Veloursleder oder Velourseite bezeichnet. Bei Nubukledern ist der Flor sehr fein, bei Velourleder sind die Fasern in der Regel deutlich gröber.

Nappaleder

der Name kommt aus dem kalifornischen Nappa-Valley. Dort wurde zuerst im industriellen Maßstab Leder mit Chrom gegerbt (oder auch Mineralgerbung genannt).

Dabei kann es sich um Anilin-, Semianilin-, Anilinleder veredelt oder um gedeckte Leder handeln. Es muss nur weich genug ausfallen und vollnarbig sein. Vollnarbig heißt die Narbenseite (Haarseite) ist vollständig erhalten und intakt.

Lederprägungen

Um Gebrauchsfähigkeit und das Sortiment zu verbessern/aufzuwerten werden viele Leder geprägt. Diese Prägungen können sehr unterschiedlich sein. Auch diese Leder sind in der Regel strapazierfähig und haben einen hohen Gebrauchswert.

So sind zum Beispiel Autoleder zu 95% geprägt.

Antikleder

Unter dem Oberbegriff Antikleder findet man Leder unterschiedlichster Art, jedoch mit der Gemeinsamkeit einer „antik“ anmutenden Oberfläche. Diese kann unterschiedlich ausfallen.
Eine Variante ist das „Oil Pull Up“, oder auch einfach nur Pull up genannt, in Kurzform OPU-Leder. Wie der Name schon sagt ist so ein Leder mit Öl behandelt und zeigt einen Zweitoneffekt (wird heller wenn es gebogen/gezogen wird). Durch Rückpolieren wird die helle Stelle wieder so dunkel wie der Rest des Leders.

Von diesem Oil Pull Up gibt es drei Varianten:

  • Oil Pull Up besitzt den stärksten ausgeprägtesten Effekt
  • Timberland Leder hat einen mittelstarken Effekt
  • und Crazy Horse hat den mildesten Effekt (wobei die Namensgebung nicht auf ein Leder vom Pferd hinweisen soll, sondern davon kommt, dass diese Leder gerne als Sattlerleder eingesetzt werden)

Dieser Effekt ist nicht mit dem Wachs-Crunch zu verwechseln. Wie der Name schon darauf hindeutet wird hier der Effekt dadurch hervorgerufen, indem das Leder geknickt wird. Ein Ziehen (pull up) wie beim OPU führt hier nicht (oder nur sehr leicht) zum Hervorrufen des Effektes. Es ist sozusagen das Pendant zum OPU und wirkt durch Wachs.

Des Weiteren gibt es noch von Hand gewischte Leder, wobei der Effekt meist am fertigen Möbel, Schuh oder Tasche durch wischen mit verschiedenen Flüssigkeiten hervorgerufen wird.

Beim Antikleder gibt es unzählige verschiedene Varianten wie das Leder hergestellt werden kann, z.B. sind auch Prägungen in 2-Ton Optik, Fleckspritzen oder mit Walzenauftrag möglich um nur noch ein paar weitere zu nennen.

Einteilung der Haut

Maße

Das Leder wird als Fläche berechnet in Quadratmetern (m2) oder engl. Quadratfuss. (Qufs.)

1 m2 = 100 x 100 cm
1 Qufs. = 30,48 x 30,48 cm
1 m2 = 10,765 Qufs.
1 Qufs. = 0,0929 m2

Die Besonderheiten der Rinderhaut

Nachfolgend sind einige Bilder von einer Kuhhaut rein Anilinleder (Crustleder), worauf auf die Besonderheiten einer Lederhaut eingegangen wird.

Diese Besonderheiten treten bei jeder Rinderhaut mehr oder minder auf. Dies sind natürliche Gegebenheiten einer Rinderhaut.

Halsriefen (oder auch Mastriefen genannt)

Mastriefen

Fläme
(besonders locker strukturierter Hautteil zwischen Fuß und Bauch)

Flanke